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Ab wann besteht eine Esssucht?

Ab wann besteht eine Esssucht?


Datum: 2011-11-16 | Kategorie: Abnehmen mit Diäten > Krankheiten / Risiken

Die meisten Menschen würden wohl lachen wenn jemand erzählt würde er sei süchtig nach essen. Immerhin denkt man bei einer Sucht doch sofort an Alkohol oder andere Drogen. Während die Magersucht in der Gesellschaft bereits mehr oder weniger als Krankheit anerkannt wird, so haben Menschen mit einer Esssucht noch nicht so viel Glück.

Mittlerweile konnten Wissenschaftler allerdings Nachweisen, dass bei einer Esssucht dieselben Regionen im Gehirn aktiv werden wie beispielsweise bei einem Alkoholsüchtigen auch. So wurden an Esssüchtige Fragebogen verteilt und lediglich die Wörter [Droge] und [Essen] ausgetauscht und führten zum selben Ergebnis – Es besteht eine Sucht. 

Gut, einen Fragebogen auszufüllen mag nun nicht die „wissenschaftliche Bestätigung" sein wo ein normaler Mensch sagt: „Das ist ein Beweis“. Bei einer anderen Studie wurden beispielsweise die Gehirnströme gemessen während den Probanden Bilder gezeigt wurden. Wurden Bilder von Essen, besonders von Fetthaltigem Essen wie Bürgern, Pommes oder Pizza gezeigt, so zeigte sich bei vielen Probanden, welche angeblich an einer Esssucht leideten, dass hier tatsächlich Hirnregionen aktiv wurden welche für das menschliche Suchtverhalten verantwortlich sind – Also, dieselben Regionen welche auch aktiv werden würden, wenn man einem Heroin-Süchtigen Bilder von Heroin zeigen würde.

Auch wenn die Erforschung der puren Esssucht noch am Anfang steht, so ist der Beweis vorhanden, dass es sich um eine echte Krankheit bzw. Sucht handelt.

Anzeichen einer Esssucht

Bei der Esssucht handelt es sich um eine Krankheit welche in die Kategorie „Essstörung“ fällt. Eine Essstörung zeichnet sich durch eine Verhaltensstörung aus welche meist mit langfristigen und ernsthaften Gesundheitsschäden endet.

Essstörungen werden in vier wissenschaftlich anerkannte Kategorien eingeteilt: Die Esssucht, Das „Binge Eating“ (Essattacken), die Magersucht (Anorexia nervosa) und die Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa). In diesem Artikel werden wir nur die Esssucht und das „Binge Eating“ durchgehen. Wer mehr über die Magersucht und die Ess-Brech-Sucht erfahren möchte, kann hier weiterlesen. Insgesamt ist es oft aber schwer Personen nur einer Kategorie zuzuordnen, da die einzelnen Krankheitsbilder oft ineinander übergehen.

Die Esssucht

Da gerade die Esssucht noch wenig erforscht ist, kann man nicht wirklich viel darüber schreiben – Natürlich essen diese Menschen zu viel, doch es ist sehr schwer einzuordnen: Ab wann ist es zu viel? Bzw. ab wann ist es eine Sucht?

Eine Esssucht zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass man den ganzen Tag an Essen denkt. Meistens ist das Problem und die Konsequenzen des zu vielen Essens den Personen selbst auch bekannt – auch wenn diese hierbei in den seltensten Fällen selbst an eine „sucht“ denken - wodurch Esssüchtige meist komplizierte Systeme in Verbindung mit Diäten, totalem fasten oder übermäßigen Sport kreieren. 

Auch wenn die Fettleibigkeit (Adipositas) ein deutliches Zeichen ist, so muss eine Fettleibigkeit nicht zwangsläufig bei einer Esssucht vorhanden sein.

Meist führt der Einzige Weg zu einer Diagnose über Freunde und Bekannte welche die Person auf eine ggf. vorhandene Esssucht aufmerksam machen und darum bitten einen Arzt aufzusuchen der ggf. eine vorhandenen Esssucht diagnostiziert – Da diese Krankheit von der Gesellschaft allerdings nicht wirklich akzeptiert wird bzw. nicht als Krankheit anerkannt wird bewegen wir uns hier in einem Teufelskreis.

Das „Binge-Eating“

Der Unterschied zwischen „Binge-Eating“ (Essattacken) und einer Esssucht besteht darin, dass hier nicht dauerhaft ans Essen gedacht wird sondern nur sporadisch Heißhungerattacken auftreten bei welchen man die Kontrolle über die Nahrungsaufnahme verliert. Zwischen Wissenschaftlern ist es zwar noch Umstritten ob es sich hierbei um eine wirkliche „Sucht“ handelt, dennoch ist es eine medizinisch anerkannte Essstörung. Aus medizinischer Sicht leidet man an „Binge-Eating“, wenn man pro Woche mindestens zwei Fressanfälle hat und dies über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten. 

Außerdem müssen mindestens drei der folgenden Bedingungen erfüllt sein:

  • Allgemein sehr schnelles essen
  • essen, bis ein unangenehmes Gefühl einsetzt
  • essen, ohne Hunger zu haben
  • die Ess-Anfälle werden als belastend empfunden
  • nach einem Ess-Anfall treten Gefühle von Depressionen Scham oder Schuld auf
  • allein essen, u Gefühle von Scham oder Schuld  zu vermeiden

Wie Behandelt man solche Essstörungen?

Im Zentrum der Behandlung einer Essstörung steht die Psychotherapie, im Fall von jugendlichen oftmals auch in Verbindung mit familientherapeutischen Behandlungsprogrammen. Meist wird in der Therapie auch mit Ernährungstagebüchern gearbeitet. Da bei Essstörungen oftmals starke Selbstzweifel vorhanden sind wird hier auch oft mit Medikamenten wie beispielsweise Antidepressiva gearbeitet. In sehr schlimmen Fällen kann auch eine stationäre Behandlung notwendig sein. Aber, gerade wenn die Essstörung in sehr jungen Jahren auftritt, haben die Patienten oft ein Leben lang mit den Folgen zu kämpfen.