Das Leben kann schon unfair sein! Da quälen sich manche Menschen teilweise Jahrelang mit Diäten rum, haben es am Ende geschafft, und das Ergebnis sieht trotzdem nicht so aus wie erwünscht. Die Haut wurde durch das frühere vorhandene Fett so gedehnt, dass diese nur noch schlaff runterhängt und es sieht teilweise schlimmer aus wie vorher.
Dies muss nicht mal unbedingt von einer Diät kommen, sondern kann auch die Folge einer Schwangerschaft oder einer Fettabsaugung sein.
Leider gibt es bei diesem Problem wirklich keine "natürliche" Möglichkeit diese Haut wieder richtig zu Straffen. Es ist einer der seltenen Fälle wo wirklich nur ein chirurgischer Eingriff, eine Bauchdeckenstraffung, helfen kann, um den Bauch wieder Straff zu bekommen.
Nachfolgend werde wir noch genauer auf die einzelnen Methoden eingehen, doch vorerst eine kleine Übersicht: Es gibt aktuell drei Methoden welche regelmäßig zur Bauchstraffung angewendet werden.
Beim kleinsten Eingriff handelt es sich um eine "Partielle Abdominoplastik", hier handelt es sich um einen kleinen Eingriff welcher nur die Haut zwischen Bauchnabel und Schambereich strafft.
Der nächstgrößere Eingriff ist, wie der Name schon vermuten lässt, die "Totale Abdominoplastik". Die Totale Abdominoplastik ist um einiges intensiver als die Partielle Abdominoplastik, es wird hierbei allerdings auch der komplette Bereich von Brust bis Schambereich gestrafft.
Der größte und auch komplizierteste Eingriff, welcher aber auch die besten Ergebnisse liefert, ist das "Bodylifting". Bei diesem Eingriff wird ein Großteil des Körpers gestrafft und man wird eine Verbesserung an Bauch, Brust, Flanken, Gesäß und im Oberschenkelbereich erzielen können.
Die Kosten können natürlich, je nach den Körperlichen Voraussetzungen, variieren, man kann jedoch mindestens mit den folgenden Beträgen rechnen: Eine Partielle Abdominoplastik kostet etwa 3.200 - 5.000 Euro, eine Totale Abdominoplastik etwa 4.000 - 7.000 Euro und bei einem kompletten Bodylifting kann man mit 6.000 - 12.000 Euro rechnen.
Das Mindestalter für eine Bauchstraffung beträgt 18 Jahre. Die Bauchstraffung wird in Vollnarkose durchgeführt und der Eingriff dauert 2 bis 6 Stunden gefolgt von 2 bis 3 Tagen stationärem Aufenthalt. Duschen kann man frühestens nach 5 Tagen wieder und Sport treiben frühestens nach 6 Wochen wieder.
Insgesamt gibt es bei der Bauchdeckenstraffung bzw. Abdominoplastik / Bodylifting im Gegensatz zu einigen anderen Eingriffen für den Patienten nicht sonderlich viel zu entscheiden. Die einzigen zwei Entscheidungen welche getroffen werden müssen sind: Ob ein Eingriff stattfinden soll und, wenn ja, welche Regionen gestrafft werden sollen - Was dann meistens auch vom Geldbeutel abhängig ist.
Totale Abdominoplastik
Der am häufigsten durchgeführte Eingriff zur Bauchdeckenstraffung ist die Totale Abdominoplastik. Dieser Eingriff wird, wie die folgenden zwei Eingriffe auch, in Vollnarkose durchgeführt.
Es werden hierbei zwei Schnitte gemacht, einer waagerecht oberhalb des Schamgrenze und ein weiterer oben um den Bauchnabel herum. Nun kann die Komplette Bauchdecke bzw. Haut bis zu den unteren Rippen abgelöst werden.
Die Haut wird dann Stramm gezogen und der untere, überschüssige Teil, Haut und Gewerbe werden entfernt. Da sich durch das Strammziehen der Haut die Position des Bauchnabels verlagert, wird für diesen eine neue Öffnung gebildet. Anschließend werden noch innere Drainagen gelegt und die Haut wird dann wieder fixiert und in mehrere schichten festgenäht.
Ist die eigentliche Operation vorbei wird noch ein Kompressionsverband angelegt, welchen man in den nächsten Tagen nicht entfernen darf, und ein Anmodellieren der Haut bewirkt bzw. sicher stellt, dass nichts verrutscht.
In der Regel bleiben zwei leichte Narben zurück, eine im Bikini-Bereich, welche man ohne weiteres verstecken kann, und eine um den Bauchnabel.
Partielle Abdominoplastik
Der Unterschied zwischen der Partiellen- und der Totalen- Abdominoplastik besteht darin, dass hier nur der Bereich unter dem Bauchnabel gestrafft wird. Wodurch nur ein "kleiner" Eingriff nötig ist und der Bauchnabel nicht versetzt werden muss. Einschnitt-Technik und Verlauf sind ansonsten gleich.
In den meisten Fällen ist bei den Patienten eine Partielle Abdominoplastik allerdings nicht möglich, weshalb diese Methode nur sehr selten angewendet wird.
Auch hier bleibt eine leichte Narbe im Bikini-Bereich zurück.
Bodylifting
Das Bodylifting ist der intensivste Eingriff und erfordert weitaus mehr Erfahrung als die vorherigen zwei Bauchdeckenstraffungen. Das Prinzip an sich ist das selbe, der Unterschied besteht lediglich darin, dass eine größere Fläche behandelt wird und der Einschnitt von der Leiste und Innenseite der Oberschenkel steil bogenförmig über den Beckenkamm und verläuft dann flach abwärts Richtung Pofalte.
Ein 1,5 Meter langer Einschnitt ist bei dieser Methode keine Seltenheit, was allerdings auch nachvollziehbar ist, bei einer Bauch-, Brust-, Flanken-, Gesäß- und Oberschenkel- Straffung.
Da es sich beim Bodylifting um einen sehr massiven Eingriff handelt, wird dieser meistens nur bei jüngeren Patienten durchgeführt, welche in guter körperlicher Verfassung sind.
Wie auch bei den anderen Eingriffen bleiben auch hier Narben zurück, eine entlang dem Schnitt-Bereich (Bikini-Bereich), welche allerdings so gelegt wird, dass man diese leicht verstecken kann, und eine um den Bauchnabel.
Natürlich gibt es auch bei der Bauchdeckenstraffung die allgemeinen Risiken, wie bei jeder Schönheitsoperation. Die häufigsten Komplikationen bei der Bauchdeckenstraffung sind allerdings Nachblutungen, Wundheilungsstörungen und Hautnekrosen.
Da es sich bei diesem Eingriff um eine besonders große Wundfläche handelt, ist das Risiko einer Wundheilungsstörung entsprechend groß. Ein Großteil der OP-Arbeit besteht zwar darin Blut zu stillen um dieses Risiko möglichst zu minimieren, trotzdem treten Nachblutungen und Wundheilungsstörungen bei Bauchstraffungen sehr häufig auf.
Aus diesem Grunde wird auch empfohlen vor der Operation zwei Blutkonserven einzulagern. Selbst wenn es zu keiner Komplikation kommen sollte, kann einem das Blut nach der Operation verabreicht werden, was wiederum die Wundheilung beschleunigt.
Das gefährlichste Risiko bei einer Bauchstraffung sind jedoch Hautnekrosen. Wenn die Spannung der Haut nach der Operation zu straff ist oder - sollte zeitgleich eine ergänzende Fettabsaugung durchgeführt worden sein - ungenau und nicht vorsichtig genug gearbeitet wurde, so können durch eine Hautnekrose ganze Hautareale absterben.
Eine deutliche Verbesserung bzw. Normalisierung der Kontur und Hautqualität wird in der Regel erreicht. Wer allerdings eine "Modellfigur" erwartet oder sich das Erscheinungsbild einer jungen, unberührten Haut erhofft, der wird in der Regel enttäuscht werden.
Die ersten richtigen Ergebnisse wird man nach etwa 3 bis 6 Monaten zu Gesicht bekommen, wenn die Haut wieder komplett abgeschwollen ist.
Selbst bei sehr sorgfältigen Operationen kann es teilweise nicht vermieden werden, dass deutliche Narben, ein leichtes absacken der Haut oder ein leicht asymmetrisches Ergebnis vorhanden bleiben. Bei sehr schlechten Ergebnissen kann ggf. eine weitere Operation oder das Nachbearbeiten per Fettabsaugung nötig sein.
Was passiert, wenn man nach dem Eingriff zunimmt?
Nach der Operation kann man weiter zu- und abnehmen wie bisher, man muss keine Unförmigkeiten oder ähnliches befürchten.
Wie lange hält das Ergebnis an?
Sofern durch zu- und abnehmen oder eine weitere Schwangerschaft die Haut nicht wieder gedehnt wird, ist das Ergebnis dauerhaft.