Im Folgenden werden wir kurz auf den groben Ablauf einer Schönheitsoperation eingehen. Viele Details sind wir bereits in anderen Beiträgen durchgegangen und um uns hier nicht unnötig zu wiederholen, werden wir ggf. auf diese Beiträge verlinken.
Zudem sollte man auch erwähnen, dass wir alleine auf unserem Portal über 25 verschiedene Schönheitsoperationen durchgehen und es, je nach Operation, zu Abweichungen kommen kann – dies soll also lediglich ein grober Leitfaden werden.
Sollte man Informationen zu einer speziellen Schönheitsoperation suchen, kann ein Blick in unsere Kategorie „Welche Operationen gibt es“ helfen.
Sollte man sich für eine Schönheitsoperation entschieden haben, ist der erste Schritt die Terminvereinbarung für ein erstes Beratungsgespräch mit einem Arzt. Ein solches Gespräch kostet in der Regel 50 bis 100 Euro, üblicherweise werden die Kosten aber mit der späteren OP verrechnet. Die Krankenkasse übernimmt diese Kosten normalerweise nicht.
In diesem ersten Gespräch werden Punkte durchgegangen wie: Welche Motive und Erwartungen hat der Patient? Was ist ein realistisches Ergebnis? Welche Kosten entstehen? Welche Wirkung, Nebenwirkungen und Risiken hat die Operation? Was für eine Nachsorge wird nötig sein?
Für den Patienten ist dies einer der wichtigsten Momente, denn hier hat er nicht nur die Möglichkeit, seine Fragen beantworten zu lassen, sondern sich auch ein erstes Bild vom Arzt und seinen Qualifikationen zu machen.
Worauf beim ersten Beratungsgespräch genau zu achten ist und was die oben genannten Punkte im Detail beinhalten sollten, darauf gehen wir genauer im Punkt „Die richtige Arztwahl“ ein. Man sollte aber auf keinen Fall auf eine zweite oder dritte Meinung verzichten wegen der 50 bis 100 Euro Kosten für das Beratungsgespräch!
Hat man sich für eine Operation entschieden und seinen Arzt gewählt, folgen jetzt noch einige Voruntersuchungen. Diese werden in der Regel vom Hausarzt vorgenommen. Dazu gehören beispielsweise: Laborwerte, EKG-Aufzeichnungen, Röntgenaufnahmen der Lunge oder des Herzens. Je nach Alter werden evtl. nicht alle Untersuchungen notwendig sein – die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind jedoch wichtig, um das Narkoserisiko einschätzen zu können.
Hat man alle Ergebnisse der Untersuchungen zusammen, folgt ein Gespräch mit dem Narkosearzt bzw. mit dem Anästhesisten. Dabei füllt man zusammen mit dem Anästhesisten einen Fragebogen zur bisherigen Krankheitsgeschichte aus. Anhand dieser Krankheitsgeschichte und den beim Hausarzt durchgeführten Untersuchungen wird der Anästhesist dann die beste Narkoseart auswählen und zusätzlich noch den genauen Ablauf der Narkose und alle damit verbundenen Risiken mit einem besprechen.
Es kann hier allerdings auch passieren, dass Unregelmäßigkeiten festgestellt werden. Dann muss man in der Regel noch bei einem Spezialisten vorstellig werden, zum Beispiel einem Herz- oder Lungenspezialisten. Dieser wird dann noch einmal genau untersuchen, ob evtl. ein erhöhtes Risiko bei einer Vollnarkose besteht bzw. ob der Gesundheitszustand vor der Operation vielleicht noch verbessert werden kann, sodass ein geringeres Risiko besteht.
Im schlimmsten Fall kann es dazu kommen, dass der Anästhesist sich weigert, eine Narkose durchzuführen, weil das Risiko zu hoch ist – was aber nur selten passiert.
Am Abend vor der Operation sollte man nichts mehr essen und am nächsten Tag höchstens noch Wasser trinken. Der Grund ist, dass es bei Operationen sehr oft vorkommt, dass Magenflüssigkeit, wenn der Magen gefüllt ist, in die Lunge gelangt und sich hier eine Entzündung bilden kann.
In der Regel fährt man 5 bis 6 Stunden vor der eigentlichen Operation in die Klinik. Hier erhält man sein Zimmer und eine Schwester wird einem einen Kittel bringen und auch direkt die zu operierende Stelle waschen und desinfizieren.
Der operierende Arzt wird dann wahrscheinlich noch einmal vorbeikommen und die letzten Details mit einem besprechen und nachfragen, ob alles in Ordnung ist.
Sollte alles in Ordnung sein, folgt die eigentliche Operation.
In der Regel wird es einem nach der Operation vorerst sehr schlecht gehen, was aber normal ist. Einige Mütter behaupten sogar, die Schmerzen wären schlimmer gewesen als bei der Geburt des eigenen Kindes.
Nach der Operation wird der Arzt noch einige Male nach einem sehen und die Schwestern werden ein Auge auf einen haben. Dass etwas Blut und Wundflüssigkeit an der Operationsstelle austritt, ist ganz normal, und in der Regel kann man nach 24 bis 48 Stunden wieder nach Hause fahren. Die Schmerzen werden zwar noch da sein und man wird sich kaum bewegen können, aber ein Klinikaufenthalt ist dann in der Regel nicht mehr notwendig.
Doch Vorsicht! 80 % der Komplikationen treten erst nach der Operation auf, daher ist es sehr wichtig, dass man auch die nächsten 24 Stunden in der Klinik ist und der Arzt ein Auge auf einen wirft. Manche Komplikationen zeigen sich vor allem nur durch kleine Anzeichen wie zum Beispiel Fieber, was man selbst unter Umständen als „normal“ betrachtet – unbehandelt, bei etwa einer schlimmen Infektion, kann es im Extremfall zum Tode führen!
Daher sollte man hier bei Angeboten im Ausland aufpassen. Oftmals ist es nur ein rein, raus, nächster Patient und teilweise wird man direkt nach der Operation wieder nach Hause geschickt. Daher sollte man beim Preis nicht nur auf die eigentliche Operation achten, sondern auch die Nachsorge ist ein sehr wichtiger Punkt.
In den folgenden 6 Wochen werden noch etwa 2 bis 3 Nachsorgeuntersuchungen beim Arzt fällig, bei denen lediglich geschaut wird, ob alles in Ordnung ist und ggf. noch die Fäden gezogen werden (sollten es keine selbstauflösenden sein). Zur Narbenpflege wird der Arzt einem wahrscheinlich noch eine Narbencreme empfehlen, aber ansonsten hat man es jetzt fast überstanden.
Nach etwa 14 Tagen, wenn die Haut langsam abgeheilt ist, sollten die ersten optischen Ergebnisse der Operation sichtbar werden.
Sollte man noch Stützkleidung tragen müssen, kann man diese nach etwa 3 bis 4 Wochen, nach Rücksprache mit dem Arzt, abnehmen und nach diesem Zeitraum auch langsam und sehr vorsichtig wieder anfangen, Sport zu treiben.
Die letzte Nachsorgeuntersuchung wird etwa nach 6 Monaten stattfinden und dann hat man es endgültig überstanden.